Landschaften und Produkte

September 28, 2006

Liebe Leser,

letzten Freitag hat uns „der Mann von der NGO“, die unser „Soziales Projekt“ mit den Kleinstunternehmern begleitet etwas ausserhalb von Lima herumchauffiert. Die folgenden Einblicke fand ich teilenswert:

casa-epifania.jpg cerca-pachacamac.jpg

Leider kann man es nur sehr schlecht erkennen aber die beiden Bilder zeigen gänzlich unterschiedliche Vegetationszonen und befinden sich lediglich auf unterschiedlichen Strassenseiten.  

Kurz darauf sind wir bei Epifania, unserer Kleinstunternehmerin (Microempresaria), angekommen. Ihre Produkte versuchen wir hier in den Touristenvierteln Limas, aber bevorzugt noch im Ausland zu vermarkten….. wenn jemand jemanden kennt, der einen kennt, der…. ihr wisst schon…

productos-epifania-043.jpg productos-epifania-032.jpg (es gibt noch VIEL mehr)

Nun darf ich gleich wieder meine Fallstudie für Strategie einreichen, aber vorher muss ich noch zu einem Vortrag der Steuerbehörde, zu dem wir „schon am Montag“ verpflichtend eingelanden wurden ;-)

Gehabt euch wohl,

Matthias

 


Essen mit Händen und Füßen

September 27, 2006

Liebe Freunde,

mit einem Kurzbeitrag darf ich mich von meiner Schreibpause zurückmelden. Ich hoffe ihr habt es euch in der Zwischenzeit sehr gut gehen lassen.

Neulich gab es bei uns zu Hause wieder Abendessen… so weit eigentlich nicht der Rede wert – wenngleich ich an dieser Stelle die Kochkünste meiner Gastmutter ausdrücklich und lobend erwähnen möchte. Studierend in meine Strategieunterlagen vertieft, hatte ich wenig Einfluss auf das Menü jenen Abends, was dann auch in gehobenen Augenbrauen angesichts des Gerichts resultierte:

comida patas2 comida patas

Anstandshalber habe ich ein Füsschen brav zu Ende geknabbert, aber ich muss den fritierten thailändischen Maden deutlich den Vorzug geben.

Schon heute gibt es mehr zu lesen!

Liebe Grüße

Euer Matti


Semana del Estudiante

September 16, 2006

Heute geht die „Woche des Studenten“ an der UdeSA (Universidad de San Andrés) zuende und es war eine gute Woche! Ich möchte sie an dieser Stelle kurz rekapitulieren und sie nutzen um beispielhaft einen Einblick in einen „typischen“ Stundenplan zu geben, der Name passt so gut:)

Den Rest des Beitrags lesen »


vorgezogener Test

September 6, 2006

Liebe Leser,

ich hoffe einmal mehr, dass diese Zeilen euch bei bester Gesundheit finden. Ich kann abgesehen von ein paar kleinen Flobissen nicht klagen. Da auch Deutschland noch einen ordentlichen Spielstand aufweist, ist hier alles in bester Ordnung.

Ich möchte kurz von den Erlebnissen des vergangenen Montags erzählen.

Morgens kam ich um 7:22 Uhr an die Uni, nachdem der Taxifahrer mir trotz der regennassen Strassen eine knappe halbe Stunde gegenüber dem Bus geschenkt hatte, der knapp vor meiner Nase abgefahren war. Ich kam also frohen Mutes noch rechtzeitig zum Unterricht und alle Peruaner standen pünktlich, mit den Nasen in ihren Büchern, vor der Klassentür. Das hat mich schon etwas verwundert - um das Wort verunsichert zu vermeiden. Der Grund eigentlich ganz simpel, eine Prüfung stand an… blöd war nur, dass ich davon ausgegangen war, dass der vorab verteilte Terminplan ein wenig Gültigkeit haben würde. Schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Die Information der vorgezogenen Prüfung stand schon seit Mittwoch im Blackboard der Uni (vgl. Studynet) und wäre auch mir zugänglich gewesen. Zum Glück war es Buchhaltung, so dass ich nicht all zu verlassen da stand.

Was habe ich also gelernt: eine Buchhaltungs-Lektüreprüfung besteht man auch ohne Vorbereitung.

Alles Liebe,

Euer Matti


Kommt nix mehr?

September 5, 2006

Verehrte Leser

Die nachlassende Frequenz meiner Beiträge, möchte ich mich rechtfertigen, korreliert positiv mit der Arbeitsbelastung zur Zeit. Die typische Aussicht zur Zeit lässt sich etwa so darstellen (entstanden in der Uni-Bibliothek, welche bezeichnenderweise „Max von Buch“ (sic!) heisst):

MaxVonBuch

Soll das heissen, dass es zur Zeit nichts Schönes im Leben gibt?:) Keineswegs! Letzten Mittwoch waren wir wieder einmal im Teatro Colón, in einer Aufführung des Messias von Händel, in der Orchestration von Mozart und der deutschen Übersetzung von unserem lieben Freund Klopstock (bekannt durch seine Oden oder doch zumindest aus dem Werther). Und ich muss sagen: Spektakulär! Ein wunderschönes Stück Barockmusik, dargeboten in einem der schönsten und akustisch besten Opernhäuser Welt und mit einem begeisterten Publikum, wer kriegt da keine Gänsehaut:)

Messias

Gestern habe ich auch den ersten kleineren Test in Política y Administración Financiera geschrieben. Insgesamt keine sehr befriedigende Angelegenheit, da es fast ausschliesslich Transferaufgaben waren und man dementsprechen unsicher hinausgeht. Naja, wer mich kennt, weiss, dass zur Zeit ein gewisser Moment in zwei Wochen eh vielmehr im Vordergrund steht. Und der ist auch der Grund dafür, dass ich mir so gar keine Sorgen machen mag:) Es gilt weiterhin die Maxime mit dem Ausrufezeichen!


erste Uniwoche

September 1, 2006

Liebe Lesebegeisterten,

nach der anfänglichen Schreiblust nun der Einfachheit und Zeitknappheit wegen heute wieder auf Deutsch:

Ich wünsche Euch die gleichen 20 Grad Celsius, die wir derzeit in Lima geniessen, allerdings mit ein paar Sonnenstrahlen. Wieder darf ich Euch Positives berichten:

Meine Kurse an der Uni: Contabilidad de Financias I, Contabilidad de Costos, Economias de Asia (Gruß an Flo), Proyección Social, Macro II y Administración Estratégica; die lezten 3 mit Davina und Philipp zusammen. Die Klassenstärke beträgt im Durchschnitt 28 Personen, vergleichbar mit unseren Übungsgruppen. Viel Wert wird auf Teamarbeit, Fallstudien und Präsentationen gelegt.

Macro II wird als einer der schwersten Kurse in der Karriere hier gehandelt, der Prof ist allerdings sehr zugänglich und die anderen Studis haben ähnliche Verständnisschwierigkeiten wie Davina, Philipp und ich. Mit der Zeit wird sich das legen. Lektüre ist größtenteils auf Englisch, was allerdings keinen all zu großen Vorteil für uns darstellt.

Contabilidad de Financias I ist so grundlegend wie es sich anhört. Die ersten beiden Einheiten haben wir mit der traurig-grauen Basisgleichung der Buchhaltung verbringen müssen. Im Anschluss wurden wir dann mit den Grundbestandteilen der Bilanz gelangweilt. Die Zulassungsstelle in St.Gallen gestattet mir die Anrechnung zusammen mit Cost Accounting allerdings nur in dieser Form und Kombination.

In Cost Accounting ist der Prof dann auch gleich wesentlich besser, fast schon ein Showmaster. Die Inhalte dürften vergleichbar sein, allerdings lässt mich der Zeitaufwand pro Woche schätzen, dass wir im Verlauf des Semesters noch tiefer in die Materie eindringen werden, als es uns in St.Gallen mit den wenigen Stunden möglich war. Das Thema interessiert mich überdies auch noch.

In Proyección Social werden wir lokalen Kleinstfirmen mit studentischer Beratung unter die Arme greifen. Dieser von Austauschstudenten traditionell geliebte Kurs ermöglicht echte Praxisarbeit und verlangt einiges an Fingerspitzengefühl von den Fastabsolventen einer der teuersten Universitäten des Landes. Das teils krasse Wohlstandsgefälle wird hoffentlich durch begrenzte Anforderungen und liebevolle Erklärungen der erarbeiteten Vorschläge mehr als ausgeglichen werden. Mitte kommender Woche werden wir wissen, welche Minifirma wir jeden Freitagmorgen besuchen werden.

Administración Estratégica ist wohl am ehesten vergleichbar mit strategischem Management, lässt aber das Herz jeden Planspielbegeisterten höher schlagen. Wir simulieren mit 9 Teams die strategischen Entscheidungen einer Produktionsfirma über den Zeitraum von 16 Wochen. Da wird richtig was gelernt. Sonst ist der Kurs aber von langweiliger Trostlosigkeit und dem absolut verpeiltesten Prof meines bisherigen Universitätslebens geprägt. Der gute Herr weiss weder was er möchte, noch wie er es uns beibringen könnte, geschweige denn, dass seine Stunden irgendeine (im besten Fall vielleicht doch irgendwie didaktische) Struktur erkennen liessen. Na ja, dafür haben uns die Peruaner bereits gebeichtet, dass er mit die schlechtesten Noten der Uni vergibt… also dann….. Prost Mahlzeit.

Von Economias de Asia weiss ich bisher nur zu berichten, dass der Prof ein Deutschperuaner ist, der für Thyssen Krupp in Ratingen gearbeteitet hat. Der Kurs dürfte wohl spannend und überschaubar arbeitsintensiv werden. Da ist dann auch mal eine gute Abwechslung.

Nach der ersten Uniwoche lasse ich mich dazu verleiten, den Arbeitsaufwand mit St.Gallen zu vergleichen. Da meine Fächer hier zum großteil aus Pflichtfächern bestehen, ist das nicht weiter verwunderlich. Die erste kleine Prüfung habe ich heute über die Lektüre von Cost Accouting abgelegt. Die erste Gruppenarbeit haben wir Proyeccion Social eingereicht. Eine schriftlich ausgearbeitete Fallstudie hätten wir schon am Donnerstag in Strategie einreichen sollen, aber zum einen haben wir den Fall der letzten Stunde fälschlicherweise verschriftlicht und zweitens hat der Prof (so viel zu seiner Berechenbarkeit) kurzerhand den Plan geändert und das Planspiel erneut im Detail erklärt. So sind wir nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Ich hoffe Euch bleiben selbst die blauen Augen erspart und Ihr könnt allesamt auch die Zeit in Deutschland, der Schweiz oder Österreich geniessen.

Ganz liebe Grüße und bis bald,

Matti