Heute geht die „Woche des Studenten“ an der UdeSA (Universidad de San Andrés) zuende und es war eine gute Woche! Ich möchte sie an dieser Stelle kurz rekapitulieren und sie nutzen um beispielhaft einen Einblick in einen „typischen“ Stundenplan zu geben, der Name passt so gut:)
Montag
Die Uniwoche beginnt um 13:30 mit „Política y Administración Financiera“. Wie so häufig bin ich allerdings schon einige Stunden früher da, um noch ein paar Seiten in den Skripten von „Historia Latinoamericana“ und „Relaciones Internacionales Contemporáneas“ zu reissen. Auf dem zentralen Hof der Uni treffe ich meinen anfitrión Ricci. Die anfitriones sind uns von Seiten der Uni aus zugeteilte Studenten (für jeden Austauschstudenten 2!), die uns Ansprechpartner im Unialltag sein sollen. Ricci ist Mitorganisator der „Semana del Estudiante“, die einmal pro Jahr an der UdeSA stattfindet. Während 5 Tagen wird den Studenten ein erweitertes Unterhaltungsprogramm geboten. Dieses umfasst zum Beispiel ein Playstationturnier, einen Tischtenniswettbewerb, Verkauf von Pizza und Choripan (die argentinische Version des Hotdog) etc. Einen grossen Teil machen weiterhin die „cosas inflables“;) aus, am Montag gab es eine Art Tischfussball mit richtigen Menschen:
Für 15 Minuten geniesse ich die trotz der Jahreszeit schon sommerhafte Wärme, bevor ich mich in die Bibliothek verziehe, um vor dem Mittagessen noch zu lesen. Vorhin habe ich noch Nick aus Washington D.C. getroffen. Lieberweise bringt er mir einen Text, den wir zwar lesen müssen, der aber nicht im Skript ist, aus dem uni-eigenen Copycenter mit. Da ich gerade nicht an meinem Arbeitsplatz in der Bibliothek bin, schreibt er sogar noch eine Widmung drauf:)
Nach dem Mittagessen in der Marina gehts dann für zwei Stunden in den Unterricht und danach schon wieder nach Hause. Am Abend besuche ich mit drei Kollegen aus St. Gallen, von deren Anwesenheit in BsAs ich per Zufall erfahren habe (sie studieren an der Universidad Católica de Argentina in Puerto Madero), noch eine Parilla (Grillrestaurant) in San Telmo (Stadtteil von BsAs). Bei exzellentem Fleisch und exzellentem Wein lerne ich drei nette Leute näher kennen und es kostet 8 €. Studentenherz, was willst Du mehr..:)
Dienstag
Heute beschert uns die „Semana“ eine richtige Kletterlandschaft:
Der Tag beginnt offiziell wieder um 13:30, diesmal für vier Stunden „Historia Latinoamericana“ und „Relaciones Internacionales Contemporáneas“, wieder bin ich allerdings etwas früher da, um noch etwas zu schmökern und mit den Austauschkollegen zu Mittag zu essen. Nach Dienstschluss gehts gegen 18:00 Uhr nach Hause, um nach dem Abendessen zusammen mit zwei Austauschies noch einmal in Richtung Downtown aufzubrechen. Die Universität hat einen Happy Hour Abend im Irish Pub Kilkenny organisiert, zu dem alle extranjeros und ihre anfitriones eingeladen sind. Lustige und feucht-fröhliche Angelegenheit, erst gegen drei Uhr morgens falle ich ins Bett.
Mittwoch
An diesem Tag steht die „Historia“-Übung schon um 11 an. Wir sind dort vier Kleinstgruppen à zwei Studenten, die jeweils einen Text vorbereitet und Handouts dazu mitgebracht haben. Zwei Stunden später und 14 DIN A4-Seiten schwerer gehts zum almuerzo. Am Vormittag habe ich noch die heutige Tagesattraktion getestet, ein Wettrennen mit Gummiseil am Rücken:
Nach dem Mittag steht analog zum Montag wieder PAF auf dem Plan, dann gehts gleich nach Hause. Um 19:00 Uhr holt mich Ricci ab, wir gehen gemeinsam 2 Stunden in den Kraftraum, uns an den Geräten austoben.
Donnerstag
Programmtechnisch der Höhepunkt der Woche, es gibt einen regelrechten Kletterturm und eine Liveband, die in der Mittagspause mitten auf der Wiese aufspielt:

Einige Studenten lassen ihrem Spieltrieb vollen Lauf, andere geniessen das Spektakel entspannt aus liegenden Positionen. Für mich ist es der längste Tag der Uniwoche, von 09:00 am morgen bis 17:30 muss ich in der Uni sein. Die Pausen nutze ich zum lesen auf der Terasse der Cafeteria und fange mir prompt einen schönen Sonnenbrand ein:)
Freitag
.. geht es zwar wieder um 09:00 los, aber dafür ist der Tag offiziell auch nach der „Relaciones“-Übung vorbei. Das Fach ist hochinteressant, im Moment besprechen wir den Kalten Krieg und die verschiedenen Strategien der zwei Grossmächte. Fernanda, der Dozentin, macht das ganze sichtlich Spass. Mit viel Elan veranschaulicht sie an der Tafel, wie man sich das ganze vorzustellen hat:
Von diesem Tag (heute, um genau zu sein:)) habe ich Euch noch ein Foto aus der Marina mitgebracht. Dort so häufig speisen zu dürfen, kann man sich als Student wahrlich glücklich schätzen:)

Was bleibt von dieser Woche? Leichter Muskelkater (gleich gehts wieder in den Kraftraum), leichter Sonnenbrand (offiziell ist wie gesagt noch Winter), das Bewusstsein, viel Arbeit im Hinblick auf die bald anstehenden Teilprüfungen geschafft zu haben und das Gefühl, absolut an der richigen Austauschuni zu sein. Und noch sechsmal schlafen, dann ist sie da:)
Edit: Hier gibts noch mehr Fotos, die einen guten Eindruck der letzten Woche geben:)






September 17, 2006 um 10:50
Eigentlich gibt es nicht viel dazu zu sagen, ausser dass es mich riesig freut, eine gewisse, scheinbar grenzenlose Euphorie aus Deinen Worten lesen zu dürfen.
September 17, 2006 um 5:40
ich sag nur: T -4
September 18, 2006 um 8:33
T-3
September 18, 2006 um 6:15
Gut zu wissen, dass du dich aufs Lernen konzentriest!
Weiter so , Bruderherz!
September 21, 2006 um 3:29
Naja also wenn ich richtig zählen kann, dann, äh, ja gibts grad ne Blogpause.