The End (fast)

November 29, 2006

Langsam aber sicher geht sie zuende, meine Zeit in Argentinien. In drei Wochen sitz ich zu dieser Zeit schon am Flughafen:) Was ist die letzten Tage passiert? Die vergangene Woche war die letzte Vorlesungswoche und das Glück hat es gut gemeint mit den Terminen für die Abschlussprüfungen. Finanzierung und Historia Latinoamericana hab ich jetzt schon geschrieben, es fehlt noch ein Paper für Relaciones Internacionales Contemporáneas und dann wars das:) Die Klausuren waren insgesamt sehr in Ordnung, in Finanzierung durften wir netterweise eine Prüfung von 2004 schreiben, die vorher schon mit Lösungen im Internet verfügbar war, es wurden lediglich einige Zahlen geändert und zwei Details hinzugefügt. Geschichte lief ebenfalls gut, zumal angesichts der Lernzeit von insgesamt einem Tag für dieses Fach;)

Nächste Woche fliege ich nun zusammen mit einer amerikanischen Kollegin nach Santiago de Chile, um von dort aus Richtung Norden zu reisen. Mal sehen, wie weit wir innerhalb von 11 Tagen kommen, möglich wären Valparaíso, die Atacama-Wüste, die Salzseen in Bolivien, La Paz, Macchu Picchu und der Titicacasee. Ausserdem fahren wir mitten durchs chilenische Weinanbaugebiet..=) Von dieser Reise werde ich dann auf jeden Fall hier noch Bilder posten, bevor das Blog für mich abgeschlossen wird! Nach meiner Rückkehr nach Buenos Aires habe ich noch drei Tage, die wohl ganz dem süssen Nichtstun gewidmet sein werden, kombiniert mit einigen Feiern, die noch anstehen, bevors dann endlich wieder in die Heimat zurückgeht.


Semana del Estudiante

September 16, 2006

Heute geht die „Woche des Studenten“ an der UdeSA (Universidad de San Andrés) zuende und es war eine gute Woche! Ich möchte sie an dieser Stelle kurz rekapitulieren und sie nutzen um beispielhaft einen Einblick in einen „typischen“ Stundenplan zu geben, der Name passt so gut:)

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Kommt nix mehr?

September 5, 2006

Verehrte Leser

Die nachlassende Frequenz meiner Beiträge, möchte ich mich rechtfertigen, korreliert positiv mit der Arbeitsbelastung zur Zeit. Die typische Aussicht zur Zeit lässt sich etwa so darstellen (entstanden in der Uni-Bibliothek, welche bezeichnenderweise „Max von Buch“ (sic!) heisst):

MaxVonBuch

Soll das heissen, dass es zur Zeit nichts Schönes im Leben gibt?:) Keineswegs! Letzten Mittwoch waren wir wieder einmal im Teatro Colón, in einer Aufführung des Messias von Händel, in der Orchestration von Mozart und der deutschen Übersetzung von unserem lieben Freund Klopstock (bekannt durch seine Oden oder doch zumindest aus dem Werther). Und ich muss sagen: Spektakulär! Ein wunderschönes Stück Barockmusik, dargeboten in einem der schönsten und akustisch besten Opernhäuser Welt und mit einem begeisterten Publikum, wer kriegt da keine Gänsehaut:)

Messias

Gestern habe ich auch den ersten kleineren Test in Política y Administración Financiera geschrieben. Insgesamt keine sehr befriedigende Angelegenheit, da es fast ausschliesslich Transferaufgaben waren und man dementsprechen unsicher hinausgeht. Naja, wer mich kennt, weiss, dass zur Zeit ein gewisser Moment in zwei Wochen eh vielmehr im Vordergrund steht. Und der ist auch der Grund dafür, dass ich mir so gar keine Sorgen machen mag:) Es gilt weiterhin die Maxime mit dem Ausrufezeichen!


erste Uniwoche

September 1, 2006

Liebe Lesebegeisterten,

nach der anfänglichen Schreiblust nun der Einfachheit und Zeitknappheit wegen heute wieder auf Deutsch:

Ich wünsche Euch die gleichen 20 Grad Celsius, die wir derzeit in Lima geniessen, allerdings mit ein paar Sonnenstrahlen. Wieder darf ich Euch Positives berichten:

Meine Kurse an der Uni: Contabilidad de Financias I, Contabilidad de Costos, Economias de Asia (Gruß an Flo), Proyección Social, Macro II y Administración Estratégica; die lezten 3 mit Davina und Philipp zusammen. Die Klassenstärke beträgt im Durchschnitt 28 Personen, vergleichbar mit unseren Übungsgruppen. Viel Wert wird auf Teamarbeit, Fallstudien und Präsentationen gelegt.

Macro II wird als einer der schwersten Kurse in der Karriere hier gehandelt, der Prof ist allerdings sehr zugänglich und die anderen Studis haben ähnliche Verständnisschwierigkeiten wie Davina, Philipp und ich. Mit der Zeit wird sich das legen. Lektüre ist größtenteils auf Englisch, was allerdings keinen all zu großen Vorteil für uns darstellt.

Contabilidad de Financias I ist so grundlegend wie es sich anhört. Die ersten beiden Einheiten haben wir mit der traurig-grauen Basisgleichung der Buchhaltung verbringen müssen. Im Anschluss wurden wir dann mit den Grundbestandteilen der Bilanz gelangweilt. Die Zulassungsstelle in St.Gallen gestattet mir die Anrechnung zusammen mit Cost Accounting allerdings nur in dieser Form und Kombination.

In Cost Accounting ist der Prof dann auch gleich wesentlich besser, fast schon ein Showmaster. Die Inhalte dürften vergleichbar sein, allerdings lässt mich der Zeitaufwand pro Woche schätzen, dass wir im Verlauf des Semesters noch tiefer in die Materie eindringen werden, als es uns in St.Gallen mit den wenigen Stunden möglich war. Das Thema interessiert mich überdies auch noch.

In Proyección Social werden wir lokalen Kleinstfirmen mit studentischer Beratung unter die Arme greifen. Dieser von Austauschstudenten traditionell geliebte Kurs ermöglicht echte Praxisarbeit und verlangt einiges an Fingerspitzengefühl von den Fastabsolventen einer der teuersten Universitäten des Landes. Das teils krasse Wohlstandsgefälle wird hoffentlich durch begrenzte Anforderungen und liebevolle Erklärungen der erarbeiteten Vorschläge mehr als ausgeglichen werden. Mitte kommender Woche werden wir wissen, welche Minifirma wir jeden Freitagmorgen besuchen werden.

Administración Estratégica ist wohl am ehesten vergleichbar mit strategischem Management, lässt aber das Herz jeden Planspielbegeisterten höher schlagen. Wir simulieren mit 9 Teams die strategischen Entscheidungen einer Produktionsfirma über den Zeitraum von 16 Wochen. Da wird richtig was gelernt. Sonst ist der Kurs aber von langweiliger Trostlosigkeit und dem absolut verpeiltesten Prof meines bisherigen Universitätslebens geprägt. Der gute Herr weiss weder was er möchte, noch wie er es uns beibringen könnte, geschweige denn, dass seine Stunden irgendeine (im besten Fall vielleicht doch irgendwie didaktische) Struktur erkennen liessen. Na ja, dafür haben uns die Peruaner bereits gebeichtet, dass er mit die schlechtesten Noten der Uni vergibt… also dann….. Prost Mahlzeit.

Von Economias de Asia weiss ich bisher nur zu berichten, dass der Prof ein Deutschperuaner ist, der für Thyssen Krupp in Ratingen gearbeteitet hat. Der Kurs dürfte wohl spannend und überschaubar arbeitsintensiv werden. Da ist dann auch mal eine gute Abwechslung.

Nach der ersten Uniwoche lasse ich mich dazu verleiten, den Arbeitsaufwand mit St.Gallen zu vergleichen. Da meine Fächer hier zum großteil aus Pflichtfächern bestehen, ist das nicht weiter verwunderlich. Die erste kleine Prüfung habe ich heute über die Lektüre von Cost Accouting abgelegt. Die erste Gruppenarbeit haben wir Proyeccion Social eingereicht. Eine schriftlich ausgearbeitete Fallstudie hätten wir schon am Donnerstag in Strategie einreichen sollen, aber zum einen haben wir den Fall der letzten Stunde fälschlicherweise verschriftlicht und zweitens hat der Prof (so viel zu seiner Berechenbarkeit) kurzerhand den Plan geändert und das Planspiel erneut im Detail erklärt. So sind wir nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Ich hoffe Euch bleiben selbst die blauen Augen erspart und Ihr könnt allesamt auch die Zeit in Deutschland, der Schweiz oder Österreich geniessen.

Ganz liebe Grüße und bis bald,

Matti


Ein Vorgeschmack auf den Sommer

August 28, 2006

An den letzten beiden Wochenenden stand jeweils am Freitag abend Ausgang an. Vorletzte Woche ging es zuerst mit einigen argentinischen Kollegen aus Historia Latinoamericana nach Palermo, in einer hervorrangenden Pizzeria zu Nacht essen. Natürlich war ich (typisch deutsch) 10 Minuten vor der Zeit da und hatte wieder einmal nicht daran gedacht, dass man in Argentinien auch 30 Minuten nach der verabredeten Zeit noch pünktlich ist. Also, um 21 Uhr war abgemacht, gegen 23 Uhr haben wir dann gegessen:) Danach gings mit dem Auto in die Innenstadt, wieder einmal in den Kilkenny Pub, wo diesmal Derek seinen Geburtstag einläutete..

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Investieren á la Argentina

August 18, 2006

Neulich in der Finaceübung: Wir diskutieren über die Bewertung von potentiellen Investitionen. Um diese adäquat vorzunehmen, muss man, wie vielleicht einigen bekannt, den in der Zukunft erwarteten Cashflow zum momentan herrschenden Zinssatz diskontieren. Daraus folgt, dass dieser (angenommene) Zinssatz einen grossen Einfluss auf die Bewertung dieser Investitionen hat. Die Aussage des Übungsleiters hierzu:

„Wenn Ihr da also so ein Projekt habt, dass Ihr unbedingt umsetzen wollt, ist das ganz einfach. Ihr geht in die Finanzabteilung, schenkt den Jungs ne Kiste Champagner und sie geben Euch dann den Zinssatz, den Ihr für die Euch genehme Bewertung braucht..“

So läufts eben:)


Workload kicks in

August 18, 2006

Die zweite Uniwoche geht zuende und ich muss sagen: Die Vorsätze von viel Reisen und viel Sport scheinen nun doch eher illusorisch. Mit „nur“ drei Kursen mach ich zwar weniger als alle Einheimischen, aber die beiden International Affairs Kurse haben es workloadtechnisch einfach in sich. Die Skripte werden erstmal nur für die ersten 6 Wochen ausgehändigt, einfach weil sie sonst zu dick wären. Bereits die vorliegenden umfassen jeweils mehr als 400 DIN A4 Seiten, die es bis Mitte September zu verinnerlichen gilt, danach kommt in etwa nochmal diese Menge. Im Historiakurs müssen wir wöchentlich in einer Gruppenarbeit einen Text zusammenfassen, mit anderen vergleichen und Handouts in die Übung mitbringen. Und im Relaciones Internacionales Contemporáneas sind wir aufgrund der Tatsache, dass die Skripte erst heute fertig geworden sind schon mal lockere 200 Seiten im Rückstand. Über die Frage der lokalen Austauschkoordinatorin, wohin man denn am langen Wochenende (Montag ist frei) reisen wolle, kann man nur noch müde grinsen;) Damit soll nicht gesagt werden, dass es furchtbar stressig oder irgendwie schlimm wäre. Es ist einfach viel, sehr viel was gelesen werden muss..

An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal herzlich bei all denen bedanken, die am 15. an mich gedacht haben. Ich hab mich über die vielen E-Mails und SMS unheimlich gefreut. Es ist wirklich schön, das Gefühl haben zu können, in der Heimat nicht vergessen zu werden. Danke an Euch:)


Erste Uniwoche

August 12, 2006

Guten Abend:)
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das Leben ist weiterhin schön. Die vergangene Woche bestärkt mich in meiner rundum optimistischen Perspektive auf die kommenden Monate:) So wie es zur Zeit aussieht, werde ich drei Kurse besuchen:

  • Política y Administración Financiera: Prinzipiell gehts um die Berechnung des wahren Wertes von Investitionen, inkl. Risiko, sowie den Bereich der Finanzierung dieser Investitionen. Hier könnte es ein wenig härter werden, alle argentinischen Komilitonen haben zuvor einen Finanzmathematikkurs besucht. Auf meine Frage, ob ich den Kurs trotzdem belegen könnte, meinte der Professor sehr skeptisch, das würde doch sehr hart werden. Nachdem die ersten zwei Vorlesungen nun rum sind, glaube ich aber sagen zu können, dass es gut schaffbar ist. Ich muss mir lediglich Deskontieren beibringen:)
  • Historia Latinoamericana: Ein Kurs, den der Rektor der Uni gibt. Wir behandeln die Geschichte Lateinamerikas zwischen 1800 und 1920, eine Zeit voller politischer Verwicklungen, Unabhängigkeitskriege und für die heutige Zeit und das Bewusstsein der Leute hier von grösster Bedeutung. Nur das Skript ist ca. 350 Seiten dick. Naja, dafür ist der grösste Teil der Texte englisch (was ich vorher nicht wusste). Ich glaub aber, dass diese Tatsache durch die inhaltliche Tiefe wieder wettgemacht wird.
  • Relaciones Internacionales Contemporáneas: Ein Kurs über die internationalen Beziehungen zwischen Staaten im 20 Jahrhundert und ihre geschichtlichen Hintergründe, angefangen beim westfälischen Frieden, über die französische Revolution, Wiener Kongress bis zum Vietnamkrieg. Herrlich, endlich mal ein Kurs, in dem einfach nur hochinteressantes Allgemeinwissen vermittelt wird:)

Unten seht Ihr noch ein Foto vom Haus meiner Gastfamilie, geschossen am heutigen Tag. Das Fenster ganz oben rechts, wo der Sonnenuntergang so schön reinscheint, ist meins:)

Mi casa


Evita, Reisepläne und Endspurt

Juli 24, 2006

Vergangenen Donnerstag waren wir mit dem Literaturkurs nicht in der Universität sondern im Museum Evita von Buenos Aires verabredet. Für diejenigen, die den Hintergrund nicht kennen: Eva Perón war die Ehefrau des langjährigen argentinischen Präsidenten Juan Perón. Sie war bereits zu Lebzeiten aufgrund ihrer Volksnähe und ihres caritativen Engagements äusserst beliebt, nach ihrem Tod wurde sie für das argentinische Volk (oder doch zumindest grosse Teile davon) zur Legende. Nun hat die Politik ihres Ehemannes bis heute nicht nur Freunde, er regierte sehr autoritär, vergrösserte den Einfluss des Staates in allen Bereichen und betrieb für sich selbst umfassende Propaganda. Evita selbst wurde und wird heute noch als Werkzeug dieser Politik gebraucht. Und wie gross der Einfluss der „Partei“ auch heute noch ist, zeigte sich uns während des Museumsaufenthaltes: Unsere Professorin, die uns natürlich die Ausstellung erklärte, wurde bereits nach wenigen Minuten aufgefordert, selbiges zu unterlassen. Führungen gäbe es von Seiten des Museums und andere seien nicht erwünscht, um sicherzustellen, dass die Leute nur die „Wahrheit“ erführen. Nach einem Gespräch mit der Museumsdirektorin musste unsere Professorin sich dann verpflichten, nur noch über den Bezug der Ausstellungsstücke zur im Kurs behandelten Literatur zu sprechen. Jegliche Vermittlung von „Fakten“ sollte durch Museumsangestellte erfolgen. Hierzu ist noch anzumerken, dass Laura sich zwar durchaus kritisch zum überaus schön gefärbten Leben und Wirken der Sra. Perón geäussert hat, jedoch nie polemisch geworden war. Interessante Erfahrung.. Hier noch ein Bild vom Kaffee im Anschluss:

Curso Laura Isola

Im Laufe der Woche wurden nun auch unsere Reisepläne für die Zeit zwischen Kursende und Semesterbeginn konkretisiert:) Es geht in Richtung Nordwesten! Die Reise beginnt am Freitag morgen mit einer ca. 15-stündigen Busfahrt nach Tucumán, von dort geht es dann über Land weiter nach Salta und wenn die Zeit noch reicht nach Jujuy. Noch ist unklar, ob uns lediglich 6 oder 10 Tage zur Verfügung stehen, das hängt davon ab, ob wir wirklich zum „Orientation Day“ der Universität gehen müssen. Die Reisegruppe besteht aus Samantha (nicht im Bild), Michael (links), Arie (2. v. l.) und mir und es wird gut!:) Wir haben keine festen Pläne und fahren einfach dahin, wohins uns zieht. Es warten wunderschöne Landschaften und sogar einige Inkaruinen auf uns:)

Bis es aber tatsächlich losgeht, steht diese Woche noch der Endspurt im Castellanokurs an, mit zwei mündlichen Präsentationen und zwei Papers, die ich verfassen muss. Bis Donnerstag abend wird es also auch nicht langweilig:)


.. die Uni brennt

Juli 13, 2006

Heute bot sich uns beim Betreten des Unigeländes ein eher ungewohntes Bild:

Encendio en UdeSA

Zwei Räume der Universität sind letzte Nacht völlig ausgebrannt, die Ursache ist noch unklar..

Das ganze hat zur Folge, dass die letzte Prüfung meines argentinischen Mitbewohners erst morgen stattfindet, was heisst: Ab morgen gehts dann erst 3 Nächte in Folge in den Ausgang:) Berichte folgen:D